Das komplette Interview zum Nachlesen:
Welche Probleme entstehen, wenn Räume zu starr eingerichtet sind?
Wenn Räume zu starr eingerichtet sind, fehlt Kindern Bewegungsfreiheit. Zu viele Möbel, enge Wege und immer gleiche Sitzplätze verhindern, dass Kinder sich natürlich bewegen, ausprobieren und entfalten können.
Gerade Kinder mit einem hohen Bewegungsdrang spüren das stark. Wenn alle auf denselben Stühlen sitzen und der Raum kaum Veränderung zulässt, wird Bewegtes Lernen unnötig erschwert.
Typische Folgen sind:
- weniger Bewegungsfreiheit
- mehr Unruhe
- weniger Konzentration
- eingeschränkte Selbstregulation
- zu wenig Platz für spontane Lernformen
Kinder brauchen nicht nur einen Sitzplatz. Sie brauchen Räume, die unterschiedliche Körperhaltungen, kurze Bewegungsimpulse und aktives Lernen ermöglichen.
Welche Möbel und Materialien unterstützen Bewegtes Lernen?
Bewegtes Lernen beginnt oft mit einfachen, flexiblen Möbeln. Besonders hilfreich sind Kindergartenbänke, weil sie vielseitig einsetzbar sind.
Bänke können:
- im Kreis genutzt werden
- als kleine Arbeitstische dienen
- zu Gruppentischen zusammengeschoben werden
- zum Balancieren einladen
- Bewegungsformen wie Steigen, Springen oder Durchkriechen ermöglichen
Auch unterschiedliche Sitzgelegenheiten bringen Bewegung in den Alltag. Dazu gehören zum Beispiel:
- Sitzbälle
- Stühle auf Rollen
- Balanceboards
- Bodentische
- Fensterbank Arbeitsplätze
- Stapelsteine
- Balancierbalken
- kleine Trampoline
Wichtig ist, mutig und kreativ zu denken. Nicht jedes Kind muss gleich sitzen. Je mehr Möglichkeiten ein Raum bietet, desto besser können Kinder ihren Bewegungsdrang regulieren.
Sind Kindergartenbänke nur ein Trend oder langfristig sinnvoll?
Kindergartenbänke sind mehr als ein kurzfristiger Trend. Sie passen sehr gut zu einem bewegten Kindergartenalltag, weil sie flexibel, robust und vielseitig nutzbar sind.
Im Sitzkreis ermöglichen Bänke verschiedene Haltungen. Kinder können sitzen, sich anlehnen, sich bewegen oder auf dem Boden arbeiten. Gleichzeitig lassen sich Bänke schnell umstellen und für Gruppenarbeiten, Bewegungsspiele oder freie Flächen nutzen.
Gerade im Kindergarten, wo Bewegung, Spiel und Lernen eng zusammengehören, bieten Bänke deutlich mehr Möglichkeiten als starre Einzelstühle.
Warum wird Bewegtes Lernen in der Praxis noch zu wenig umgesetzt?
Viele Lehrpersonen wissen, dass Bewegung wichtig ist. Trotzdem wird Bewegtes Lernen im Alltag oft noch zu wenig konsequent umgesetzt.
Die Gründe sind unterschiedlich:
- begrenztes Budget
- zu wenig Platz
- starre Möbel
- fehlende Produkte im Sortiment
- wenig Weiterbildung
- Entscheidungen werden oft nicht von Lehrpersonen getroffen
Wenn bei einer Neuanschaffung automatisch 20 gleiche Stühle bestellt werden, entstehen kaum neue Bewegungsmöglichkeiten. Deshalb braucht es mehr Bewusstsein bei allen Personen, die über Mobiliar und Raumgestaltung entscheiden.
Bewegtes Lernen sollte nicht als Zusatz verstanden werden. Es ist ein wichtiger Bestandteil einer kindgerechten Lernumgebung.
Wie kann man Bewegtes Lernen mit kleinen Schritten fördern?
Es braucht nicht immer eine komplette Neumöblierung. Oft reichen kleine Veränderungen, um Kindern mehr Bewegung zu ermöglichen.
Einfache Ideen sind:
- ein Gummiband zwischen Stuhlbeinen spannen
- ein Balanceboard anschaffen
- Stapelsteine als Sitz und Bewegungsmaterial nutzen
- einzelne Stühle durch Bänke ersetzen
- flexible Sitzmöglichkeiten testen
- Möbel reduzieren, um Platz zu schaffen
- kurze Bewegungsphasen bewusst einplanen
Wichtig ist, einfach anzufangen. Schulen können mit wenigen Materialien testen, wie Kinder darauf reagieren. Wenn die Angebote gut genutzt werden, lassen sich weitere Anschaffungen gezielt budgetieren.
Welche Rückmeldungen gibt es aus Schulen zum Bewegten Lernen?
Eine häufige Rückmeldung ist, dass Lehrpersonen zu wenig Platz für Bewegung haben. Räume wirken klein, Gruppen sind gross und Flure oder Garderoben dürfen aus Sicherheitsgründen oft nicht frei genutzt werden.
Gleichzeitig zeigt sich: Oft entsteht mehr Platz, wenn Räume konsequent nach dem Prinzip weniger ist mehr eingerichtet werden. Wird Mobiliar reduziert, entstehen freie Flächen für Bewegung, Spiel und aktives Lernen.
Ein Beispiel macht das deutlich: Bei einem Schulzimmer mit rund 70 Quadratmetern bleibt pro Kind oft nur sehr wenig Fläche übrig, wenn Möbel, Schränke, Lavabo, Regale, Material und Kinder eingerechnet werden. Für echtes Wohlbefinden und Bewegung reicht das kaum aus.
Darum braucht es Mut, Räume anders zu denken:
- nicht für jedes Kind dauerhaft einen festen Arbeitsplatz planen
- Fensterbänke und Bodenflächen nutzen
- flexible Möbel auf die Seite schieben
- Bänke statt vieler Einzelstühle einsetzen
- Bewegung bewusst in den Tagesablauf integrieren
Bewegtes Lernen gelingt nicht nur durch mehr Platz. Es gelingt auch durch andere Entscheidungen.
Fazit: Bewegtes Lernen braucht Mut, Flexibilität und freie Flächen
Kinder lernen nicht nur im Sitzen. Sie lernen durch Bewegung, Ausprobieren, Balancieren, Wechseln der Haltung und körperliche Aktivität.
Damit Bewegtes Lernen im Kindergarten und Schulzimmer möglich wird, braucht es Räume, die nicht zu starr eingerichtet sind. Flexible Möbel, unterschiedliche Sitzmöglichkeiten und freie Flächen machen einen grossen Unterschied.
Schon kleine Schritte können helfen. Wer Mobiliar reduziert, Bänke einsetzt oder Bewegungsmaterialien ergänzt, schafft mehr Möglichkeiten für Konzentration, Selbstregulation und Freude am Lernen.
















